Segeltörn Kroatien 2009Das Segelgebiet und die Anreise – der 1. Tag Geheimnisvolle Inselwelt Kroatiens und besonders Dalmatiens. Insgesamt gibt es ca 750 Inseln und Eilande in Kroatien, die auch einen Namen besitzen. Die anderen ca 300 Eilande sind nicht namentlich benannt, da sie teilweise nur wenige Quadratmeter groß sind. Doch diese Vielzahl an Inseln bedeutet das abwechlungsreichste Segelrevier mit reicher Geschichte. Mildes Klima, wunderschöne Natur und 3000 Jahre Kulturgeschichte machen dieses Seegebiet, seine Küsten und Inseln einmalig in der Welt. Einmalig auf der Welt waren aber nicht nur Flora, Fauna, Kultur und Klima, einmalig war auch der gemeinsame Törn zwischen den dalmatinischen Inseln von Mutterschiff „Bellissima“ und Schulschiff „Triare“ im Mai 2009. Das Mutterschiff Bellissima unter Skipper - und von uns mit dem Ehrentitel Großadmiral ausgezeichneten – Pete misst 51 Fuß Länge und bietet Platz in sechs Kabinen. Ihr Heimathafen ist Gomolica. Kleiner ist das Schulschiff „Triare“ unter unserer „Doppelspitze“ Didi und Adel als Skipper mit knapp 40 Fuß Länge und drei Kabinen für die Besatzung. Auch sie steht in Gomolica. Die Besatzungen : Auf der Bellissima urlaubshungrige Touris, die schon öfters mit Pete auf dem Wasser waren: Brigitte, Stefan1 und Stefan 2, Hartmut und „Jerd“ (Gerd). Auf der Triare hatten neben den Skippern vier wissbegierige Segler-Lehrlinge eingecheckt, die erstmals Meeres-Erfahrungen sammeln wollten: Ludwig, Matthias, Raphael und Eugen. Doch vor das Auslaufen aus Split hat der liebe Gott zuerst die Anfahrt, das Auspacken und Umladen des Gepäcks auf das Schiff und die Schiffsübernahme gesetzt. Wenn schon die Anfahrt gemütlich und reibungslos verlief – Didi und Adel waren etwas früher mit ihren Motorrädern gestartet und hatten nach einer herrlichen Alpentour unseren Treffpunkt in Marina Kastela in Split erreicht - , so gab es beim Auspacken und dem Verladen des Gepäcks reichlich Probleme und ein richtiges „Schlüsselerlebnis“: Plötzlich war am Auto der Kofferraum zu. Das wäre an sich kein Problem, wenn nicht, ja wenn nicht der Autoschlüssel neben anderen „Kleinigkeiten“ im Kofferraum eingeschlossen gewesen wäre. Neben dem Schlüssel: Adels und Didis Motorradhelme, Bootsstiefel, Raphaels Ölzeug - und vor allem zwei gut belegte Wurstwecken, die letzten aus der Fahrtverpflegung. Guter Rat war teuer. Der ADAC-Notruf wurde bemüht, doch dessen Zwei-Mann-Hilfstrupp stand ebenso ratlos vor dem verschlossenen Auto wie Raphael und Eugen. Pete hatte den rettenden Einfall: Wieso sollte man nicht einen Ersatzschlüssel per Post nach Split schicken? An die Adresse unseres Schiffcharterers. Eugens trotz Sonne am wolkenlosen Himmel verdüstertes Gesicht schien wieder heller und kam gar der Leuchtkraft einer Sternschnuppe gleich, als weitere „Rettungsideen“ nur so sprudelten: Der Ersatzschlüssel sollte einer Crew mitgegeben werden, die das Team auf der Bellissima eine Woche später ablösen sollte. Der Urlaub war gerettet. Und vorerst verdrängt wurde allseits der Gedanke, in welcher Form im brütend heißen Autokofferraum wohl während dieser Woche die beiden Wurstwecken mit Adels Motorradhelm Freundschaft schließen würden.... 11 Paletten Bier – auf jeden Fall mehr als die Crew der Bellissima. So lautetet der Auftrag unser Skipper beim Einkauf in einem kroatischen Metro – dort Getro genannt. Salz, Pfeffer, Zucker, Nudeln, Wasser und und und – eine ewig lange Liste musste als Fahrtverpflegung organisiert werden. Und eben elf Paletten Bier, denn Didis Rechnung war einfach: Jeder auf unserem Schiff musste abends mindestens fünf Dosen trinken. Und das schien machbar, denn wohlweislich hatten wir weit überwiegend kleine 0,3-Liter-Dosen gekauft. Auch an Rasmus, den unersättlichen Gott der Winde und an seine tägliche Rum-Opfergabe wurde gedacht. Zwei Einkaufswagen wurden vollgepackt bis obenhin. Doch das große Erschrecken kam nicht beim Bezahlen, das Grauen wartete am Geländeausgang: Hatte sich die Truppe es so schön leicht ausgemalt, die beiden Einkaufswagen durch halb Kastela zur Triare zu schieben, so unerbittlich stand ein Kroate – nach Statur und Habitus ein Nachfahre von Titos persönlichem Leibwächter – am Ausgang des Einkaufsgeländes und verbot, die Einkaufsagen aus dem Gelände zu schieben. Tja – wieder ein Problem und guter Rat teuer. Durch nichts war er zu bestechen, so dass nur eine Lösung blieb: Eugen bot sich als „Geisel“ und „Pfand“ an, bis seine Freunde die Einkaufswagen wieder zurückbringen würden. So etwas schien der gute Mann noch nicht gehört zu haben, so dass letztlich der Leiter des Einkaufsmarktes höchstselbst über diesen Vorschlag lachend zu entscheiden hatte. Gesagt getan. Eugen sah also seine Freunde mit all den Köstlichkeiten am Horizont entschwinden – und es blieb dem armen Kerl nichts anderes übrig, als dem Wache schiebenden Gorilla, der immer ein Auge auf ihn hatte, stets freundlich zuzulächeln und zu hoffen, dass seine Freunde doch baldmöglichst wieder zurückkommen möchten...
Das Abenteuer beginnt – der 2. Tag Um 7.45 Uhr hieß es aufstehen und gemeinsam frühstücken. Geduscht wurde im Hafen, wonach man sich wie ein neugeborener Mensch fühlte. Langsam tuckerten die beiden Schiffe nach dem Ablegen aus dem Hafen und das Abenteuer konnte beginnen – die Welt gehörte ab sofort nur noch uns allein. Schon am Anreisetag hatten die Skipper ihre Mannschaften nach der Schiffsübernahme in die Schiffe eingewiesen, Hilfsmittel ebenso gezeigt wie nützliche Tipps gegeben. Nur der Wind machte uns Probleme. Er fehlte zunächst. Unter Motor fuhr man also nicht nur aus dem Hafen, sondern zunächst auch auf das offene Meer. Doch wir hatten Glück, so langsam frischte der Wind etwas auf. Und unser Schulschiff machte bei leichter Brise seinem Namen „Schulschiff „ alle Ehre: Unermüdlich und bei allen Patzern der „Lehrlinge“ mit einer Engelsgeduld ausgestattet zeigten uns Didi und Adel die verschiedensten Manöver: Wende, Halse, Halse, Wende, Aufstoppen, Q-Wende und alles nochmals von vorn. Oder von hinten. Ganz nach Bedarf. So lange, bis jeder alle Übungen gemacht hatte. So einigermaßen funktionierte es denn auch – was noch Probleme bereitete, waren die Manöverkommandos. Einig war der Schwur: Das lernen wir auch noch! Gefestigt in diesem Wissen ging die Fahrt weiter. In himmlischer Ruhe, aber auch mit Spässen, Blödeleien und Witzen. Nicht nur an diesem ersten Tag, über alle Urlaubstage hinweg haben wir alle wohl noch nie so viel gelacht, wie zu dieser Zeit. Dass wir bei unserer Fahrt durch die zahlreichen Manöver kaum an Höhe gewannen, verstand sich fast von selbst. Doch schließlich sollten wir am Abend doch noch einen von Petes Geheimtipps, Dorenik Veli, erreichen. Ein kleines Fischerdörfchen in einer Bucht. Vier Restaurants waren zu sehen – und Pete hatte hier wieder besondere „Ortskenntnisse“ parat. Nach dem Anlegen zeigte sich, dass die Bucht auch von anderen Skippern gern angelaufen wurde. Im Laufe des späteren Nachmittags kamen immer mehr Segelyachten in den Hafen, unter ihnen auch ein ausgewachsener Katamaran. Sollte kommen wer wollte, Pete hatte vorgesorgt und reserviert: Und so bekamen wir am Abend ein tolles Abendessen, Fisch, Fleisch, Salate bis zum Abwinken. Nur ein „kleines Problem“ gab es zum Auftakt: Ein Aperitif wurde angeboten, der bei seinem Lauf durch den menschlichen Körper innerhalb kürzester Zeit einem zuerst die Luftröhre verbrannte, dann die Magengeschwüre ausmerzte, die Beine wegzog, um schließlich die Schuhe auszuziehen. Ein fürchterliches Getränk! Wasser, Wasser, Wasser – nur das konnte danach helfen. Es wurde trotz des vielen Wassers ein feucht-fröhlicher Abend, an dem sich auch unser „Youngster“ Raphael massiv beteiligte. Je mehr er trank, desto mehr strahlte er einen an. Und in dieser Nacht ging bei ihm die Sonne auf....! Einer hatte sich zurückgehalten, denn schon beim Anlegen hatte er ein Problem ausgemacht: Der Anker an Petes Schiff bereitete Sorgen, da er nicht einwandfrei hielt. Und hier zeigte sich Petes ganze Erfahrung: Während die anderen feierten – und am liebsten noch auf dem Schiff weitergefeiert hätten – hatte er stets das Wetter im Auge. Den Wind. Und Pete behielt Recht: Kurz nach 0.30 Uhr drehte der Wind, frischte massiv auf und drohte, die Schiffe an das Pier zu drücken. Sofort hatte Pete abgelegt, um die freie See zu gewinnen. Auch auf den anderen Booten gab es „Alarm“. Es wurde gesichert, andere legten auch ab und folgten Petes Beispiel. So schnell der Wind aufgefrischt hatte, so heftig er wehte, je mehr er an Stärke gewann, genauso schnell war wieder Ruhe eingekehrt – fast gespenstische Windstille. Didi machte sich Sorgen, dass dies die „Ruhe vor dem Sturm“ sei. Also wurden Ankerwachen eingeteilt. Adel und ich sollten die erste übernehmen. Doch Adel war an diesem Abend (siehe Raphael am Tag zuvor) sein eigenes Sonnensystem... So schob ich mit Didi bis 3.30 Uhr Ankerwache, bevor wir an Raphi und Matthias übergaben.
Auf nach Vis – der 3. Tag Nach dem Frühstück ging zuerst ein Telefonat heim – der Ersatzschlüssel war quasi schon fast auf dem Weg, alle Probleme waren beseitigt. Am Samstag würde er ankommen. Alles war ok. Bereinigt waren jedoch nicht die Gedanken an die beiden Wurstwecken und Adels Motorradhelm im Kofferraum des in der brütenden Tagessonne stehenden Autos, die uns beim Gedanken an die Ersatzschlüssel wieder einfielen. Ob die Würmer dem Helm schon ein freundschaftliches „du“ angeboten hatten, bevor sie sich im Innenschutz einnisteten? Unter Motor wurde die offene See angestrebt, die Fahrt sollte Richtung Vis gehen. Knapp 28 Seemeilen legten wir an diesem Tag zurück, bis wir gegen 16 Uhr in Vis einliefen. Auch an diesem Tag: Jeder konnte, durfte, musste ans Steuer, Übungen standen bei leicht aufgefrischtem Wind auf dem Programm. Ansonsten: Ein himmlischer Urlaubstag, Ruhe, Sonne, die Welt war einem (fast) egal. Wer Auf Deck schlafen wollte, machte ein Nickerchen, unser „Küchenchef“ Ludwig versorgte uns – wie jeden Tag – nachmittags mit Obst, das wir morgens noch eingekauft hatten. In Vis angekommen, machten sich Matthias, Raphi und Eugen auf den Weg, Geschäfte zu suchen. Eine Tasche von Louis Vuitton war der Liebsten zuhause versprochen und musste also gefunden und gekauft werden. Doch Fehlanzeige. Allzu sehr dämpfte dies die Stimmung nicht. Nach dem kleinen Spaziergang duschen im Hafen und man fühlte sich wieder wie neugeboren, glücklich und zufrieden. Auch ohne Tasche. .. Das Abendessen gab es in einer Pizzeria. Kenner „genehmigten“ sich eine Pizza „Piccante“ der besonderen Art: Nach deren Verzehr waren feuerspeiende Drachen Realität. Der Mund brannte fürchterlich, so dass nur noch ein kühlender Bananensplitt den Schmerz lindern konnte. Doch eine Tradition war geboren. Bananensplitt passt zu jedem Essen...
Läuft der Motor oder segelst du schon – Ikea auf hoher See - der 4. Tag Nach einem längeren Schlaf (endlich) und einem ausgiebigen Frühstück (im Hafen hatten wir direkt an kleinen Cafe angelegt, in dem es das zweite Frühstück gab) , legten wir gegen 10 Uhr ab. Zuvor erklärte Pete uns und seiner Crew noch den Blister. Denn heute wollten wir unter Blister segeln. Rund eine Stunde fuhren wir mit Motor, ehe wir dann den Blister setzten. Doch der Wind erwies sich als zu schwach. Er musste eingeholt werden. Zum Gaudium des Schulschiffes wies der Blister an Petes Schiff eine wohlbekannte Farbkombination auf – und von da an stand eines unweigerlich fest: Pete machte mit seinem gelb-blauen Blister auf hoher See Werbung für Ikea. Doch die Mannschaft der Triare hätte nicht gar so lachen sollen. Denn die „Rache“ folgte auf dem Fuß: Pete schlug eine Pause zum Baden vor. Wir sollten längsseits gehen. Was wir – arglos wie wir von zuhause aus sind – auch taten. Wir drehten bei und tappten in eine Falle: Mit Wasserbomben und nassem, altem Brot, wurde unser Schiff heftig beworfen. Unsere Triare sah schlimm aus, die Überraschung war gelungen. Doch kurzerhand wurde nach schnellen Überlegungen zum Gegenangriff geblasen: Wasser und rumgetränktes Toilettenpapier flogen auf Petes Schiff. Doch die Bellissima hatte damit gerechnet – und übel wurden wir empfangen, was den Anblick unseres Bootes an Deck nicht schöner machte: Ein Geschosshagel von nassem, altem Brot ging über uns nieder und wir – ein Schulschiff eben – lernten, dass man bei einem Angriff sicherheitshalber auch die Kombüsenluke schließen sollte. Denn ein Glückstreffer landete voll in unserer Kombüse... Nach unserer Meinung waren wir super, hatten wir uns prächtig geschlagen, hatten eine ausgeglichene Schlacht geliefert, mit offenem Ende, es gab keine Sieger. Objektiv gesehen: Wir hatten jämmerlich verloren! Sicherheitshalber fuhren wir nach diesem Seegefecht mit etwas Abstand zu Petes Boot weiter. Überraschungen bot auch der Abend: Wir legten in Mrcara an, ein Naturhafen in einem Naturschutzgebiet. Ein Einsiedler lebt dort mit seiner Familie und seinem Haustier, einem Tintenfisch. Der Einsiedler hatte auch ein Restaurant: bestehend aus ein paar Tischen, zwei Kasten Bier und etwas Schnaps – das alles unter einem carportähnlichen Holzverschlag. Schnell war verhandelt, dass er uns für den Abend Fische zubereitet. Salate, Brot und Nachtisch (auch für die Crew des Mutterschiffes, wir sind ja nicht nachtragend!) hatten wir zu liefern. So, lange unser Einsiedler die Fische vorbereitete, wurde eine alte U-Boot-Basis erkundet. Mit den Dinghis wurde die Basis angesteuert. Matthias versuchte sich as Angler, andere erkundeten die Insel, die bis 1971 eine Militärbasis und die Heimat für knapp über 2000 Soldaten war. Alte, verfallene Bunker wurden besichtigt und eine herrliche Aussicht auf dem höchsten Punkt der Insel entschädigte für die kleine Wanderung. Gemütlich war es beim Abendessen. So wurde es ein schöner und gemütlicher Abend mit viel Klamauk und Gelächter, der noch „fürchterlich“ enden sollte: Noch heute ist offen, wer jetzt mit wem und vor allem auch warum verwandt ist oder werden soll.... Irgendwie sollte Raphael mit Ludwigs Tochter in Argentinien verkuppelt werden, obwohl Petes Tochter ein Boot erbt und weshalb Adel Ludwigs zweite Tochter ehelichen sollte und Eugen Didi adoptieren – die Hintergründe für diese ehe- und familienpolitischen Entscheidungen lassen sich heute nicht mehr aufklären!
Wende, Halse, Halse, Wende – hart am Wind – der 5. Tag Nach einem guten Frühstück in Mrcara auf dem Boot geht es wieder aufs offene Meer hinaus. Pete schlug über Funk vor, dass wir nach Vis zurückfahren sollten, da das ursprüngliche Ziel Starigrad doch zu weit sei. Gesagt, getan. Unterwegs kam auch Wind auf. „Hart am Wind“ hieß es nun, doch Didi und Adel nahmen sich auch die Zeit, uns wieder Wende und Halse üben zu lassen. Ein irres Gefühl, ein Boot unter Segel hart am Wind zu steuern. Jeder von uns bekam die Gelegenheit, dieses Gefühl ausgiebig zu genießen. Am Abend erreichten wir gegen 18 Uhr wieder Vis. Die einen gingen duschen, die anderen blieben auf dem Schiff. Ehrensache war für manche aus unserer Crew, in der Pizzeria wieder die „Pizza Piccante“ zu bestellen (Wir sind eben Männer!!) , diesmal aber gleich mit einem Bananensplitt. Petes Crew blieb auf dem Boot und kochte selbst. Irgendwie sind wir alle müde...
Nach Lnaice auf Brac – der 6. Tag Um späteren Morgen, gut ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück (dem sich ein guter Schoko oder Espresso im wohlbekannten Cafe anschloss) ging es erneut aufs offene Meer. Die Stimmung war etwas gedrückt, denn so langsam neigte sich unser Törn seinem Ende zu. An diesem Tag – die Rumopfergaben für Rasmus hatten wir viel zu spät begonnen und den Rum bis dahin selbst getrunken – blieb der Wind ganz aus, so dass wir den ganzen Tag über mit Motor fuhren. Dementsprechend gemütlich und gemächlich ging es zu. Die einen dösten, andere hörten Musik, die dritten palaverten – und das in schöner Reihenfolge und in wechselnder Besetzung, so dass es auch alles andere als langweilig wurde. Am Abend wurde der Naturhafen in Lnaice auf der Insel Brac angelaufen. Waren wir am Anfang noch fast allein in dieser Bucht, so fanden sich im Lauf der Zeit größere, millionenschwere Motorboote ein – ein Clubtreffen offensichtlich. Ganz als Gentleman zeigte sich Ludwig: Er schon im Wasser schwimmend, half einer leichter bekleideten Dame, die Yacht Boot an einer Muring festzumachen. Auch Matthias und Raphael ließen sich nicht lumpen: Sie fuhren mit dem Dinghi zwischen den Yachten umher – bis auf den größeren Yachten die Speedboote ausgepackt wurden. Da kamen beide etwas verschämt wieder zurück... Und dann: Auch zwei von Petes Mannschaft erkundeten die Bucht – die Chance für eine Rache für unsere verlorenerm Schlachten war plötzlich da. Raphael und Matthias wurden losgeschickt, um das Dinghi der Bellissima zu „überfallen“ und für alles zu rächen, was uns „Böses“ angetan worden war. Da – eine geniale Kriegslist: Raphael zog wie verrückt am Motoranlasser. Und – wir hatten es auf unserem Schiff nicht anders erwartet – die anderen kamen hilfeanbietend dazu. Genial unsere zwei Kämpfer. Doch Eugens stolzgeschwellte Vaterbrust fiel langsam in sich zusammen. Warum warfen Raphael und Matthias nicht mit ihren vorbereiteten Wasserbomben? Warum ließen sich die beiden in ihrem Dinghi einfach von unseren „Feinden“ abschleppen? Was war los? Wo blieb die Schlacht? Wo blieb unsere so sehnsüchtig erwartete Rache? Was war geschehen? Wir hatten doch unseren besten Einzelkämpfer losgeschickt. Warum ergaben sich die beiden? Zurück an Bord, klärte sich dies auf: Unseren Elitekämpfern war der Sprit im Dinghi ausgegangen. Und der zweite Merksatz auf unserem Schulschiff war geboren: Vor einer Schlacht sollst du nicht nur die Kombüsenluke schließen, sondern auch das Dinghi voll tanken. Sage noch einer, wir würden nichts lernen. Am Abend sollten wir eigentlich an der Küste Essen gehen. Doch unser „Abholservice“ ließ uns sitzen, so dass wir selbst kochten. Gelungen! Nach der Einteilung der Ankerwachen ging es in die Kojen.
Zurück nach Split – der 7. Tag Alles hat eine Ende, auch unser Törn. Morgens das Schiff klargemacht, ging es zurück nach Marina Kastela. Die Stimmung war noch gedrückter als am Tag davor. Jeder versuchte, dies irgendwie zu überspielen, doch jedem war auch bewusst, dass ein herrlicher Urlaub nun zuende gehen würde. Auch an diesem Tag wurde fast nur unter Motor gefahren, Wind war uns nicht mehr vergönnt. Dafür stieg wieder die Stimmung, als die Gedanken (bis dahin fast völlig verdrängt) wieder zum verschlossenen Auto, den Wurstwecken und Adels Motorradhelm gingen. Ob die Wecken und der Helm jetzt wohl schon Junge hatten? Ob der Kofferraum angesichts der Gärungsgase vielleicht selbst aufgesprungen ist? Wilde Spekulationen wurden ausgetauscht – doch alle erwiesen sich als falsch. Gar nichts war passiert, denn erstens lagen Helm und Wecken weit genug auseinander und zweitens waren die Wecken in Alufolie eingepackt, so dass sie sich gar nicht „ausbreiten“ konnten. Doch dies entdeckten wir erst, als wir die „Ablöse“-Crew am nächsten Morgen getroffen hatten. Abends hieß es noch Schiff und Blister abnehmen lassen und zurückgeben. Wehmut überkam uns allesamt, als wir noch mit Petes Crew gemeinsam zum Abend- und Abschlussessen gingen.
Abschied, aus und vorbei – oder erst der Anfang? Eugen
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Überführung Teneriffa – Mallorca 2007
Reisebericht
Irgendwann stellt sich vermutlich für jede Person, die ihrem Sport mit Hingabe nachgeht, die Frage – was ist die Steigerung ? -.
Für den Skipper Pete war es nach zahlreichen Törns in die Karibik, auf die Seychellen oder die Balearen, nach Griechenland und Kroatien der Wunsch eines Überführungstörns.
Nachdem der Wunsch geboren war, wurde nach einem Törn gesucht. Dieser war rasch gefunden: Die Überführung einer Bavaria 49 von Teneriffa über die Straße von Gibraltar nach Mallorca in der Zeit vom 14.April bis zum 5.Mai 2007.
Nun musste die passende Crew gefunden werden. Sabine, seine Frau war sofort mit dabei. Und Didi und Uwe, zwei Motorradfreunde, waren ohne zu zögern genauso schnell mit im Boot. Ralf und Didi’s Frau Moni, ebenfalls aus der Motorradclique, sollten am 21.April 2007 in Malaga an Bord kommen, so dass wir nach der Überführung über den Atlantik zu sechst weiterfahren wollten.
Nach mehreren Crewtreffen, in denen die Routen, die technische Ausrüstung, Gepäckverteilung, gemeinsames Wiegen der Gepäckstücke besprochen und vorgenommen wurde, war es dann soweit. Abflug morgens um 7 Uhr von München aus ist sehr zu empfehlen: Keine Staus auf den Straßen oder Warteschlangen im Flughafen. Nach einer Flugzeit von ca. 2 Stunden landeten wir auf Teneriffa in Sonnenschein und Wärme. Gute Vorbereitung zu Hause ist alles: Der Leihwagen stand bereit und wir konnten gleich in die Marina Radazul der Alboran Charter fahren um unser Schiff, die Arehucas, in Augenschein nehmen. Die Arehucas war schon bereit, so dass Pete und Didi die Übernahme und den Check erledigen konnten, während Uwe und Sabine den Einkauf in Santa Cruz übernahmen. Nachdem Gepäck und Lebensmittel verstaut waren, das Leihauto abgegeben war, zusätzlich 5 Kanister mit Diesel an Bord untergebracht waren, sichtete Pete eine Kaltfront von Westen her und wir entschlossen uns, nach dem Abendessen im Restaurant der Marina, auszulaufen. In der kommenden Dämmerung der ersten Fahrt stellten wir fest, dass das Seiten- und Hecklicht ohne Funktion war und Notlichter mit Panzertape angebracht werden mussten. Um 5 Uhr morgens fiel das bordeigene GPS aus und Pete brachte sein mobiles GPS zum Einsatz. Soviel zur Improvisation und wir waren noch nicht mal weit weg vom Land.
Samstagnacht fuhren wir unter Motor bis in den Morgen, wo wir dann zum ersten Mal die Segel setzten. Leider war nicht viel Wind, so dass am Sonntag der Motor bald wieder für längere Zeit zum Einsatz kam und das Rechnen begann, hoffentlich reicht der Diesel. In der Nacht zum Sonntag bahnte sich eine Regenzeit an, so konnte unsere wetterfeste Kleidung zeigen, was sie wert ist.
Um 6 Uhr morgens holte uns die Wirklichkeit ein: Das Ruder und der Autopilot fielen komplett aus. Schiff war manövrierunfähig und fuhr im Kreis. Die Steuerung war festgeklemmt – die Notpinne konnte zunächst nicht eingesetzt werden. Das Getriebe musste erst einmal ausgehängt werden. Es ist nicht leicht, an das Getriebe der Steuerung ran zu kommen – gelang aber durch akrobatische Übungen des schlanken Didi hinter der Achterkabine. OK – wenigstens konnte erst einmal die Notpinne eingesetzt werden. Eine geradeaus Fahrt mit Notpinne bei Seegang ist fast unmöglich, und das eineinhalb Tage vom nächsten Festland entfernt. Also, das Getriebe musste repariert werden. Bei schwerem Seegang bauten Uwe und Didi nun das Getriebe auseinander und reparierten es, während Pete die Stellung an der Notpinne hielt. Wir waren alle sehr erleichtert, dass die Reparatur gelang. Ansonsten hätten wir einen Notruf absetzen müssen und vermutlich viel Zeit verloren. Wir trafen hier auch unsere endgültige Entscheidung nicht in Madeira anzulanden, sondern direkt nach Gibraltar zu fahren. Schön gegen den Wind.
Unsere erste längere Segelphase hatten wir von Montagnachmittag bis in den Dienstagnachmittag. Das war ein unübertreffliches Gefühl. Über die Wellen zu gleiten, allein auf dem Atlantik, kein Land ringsum, keine Schiffe zu sehen. Was wir täglich erblickten, waren Delphine und Meeresschildkröten. Die Delphine spielten mit unserem Boot, während die Schildkröten ohne Unterbrechung ihr Ziel verfolgten. Manchmal setzten sich Vögel auf ihren Rücken um auszuruhen. Einmal landete eine Amsel auf unserem Deck, machte ein Päuschen und setzte dann ihren Flug fort - wohin auch immer.
Wir stellten jetzt unseren bisherigen Plan um, in einen 2 - 3 Stunden Rhythmus. Stets waren 2 Personen an Deck und 2 Personen schliefen.
Ab Dienstagnachmittag fuhren wir wieder unter Motor, der erste Reservekanister wurde eingetankt. Am Mittwoch nach Mitternacht hatten wir abermals eine längere Segelphase und super 6er Wind bis in den Vormittag. Dann mussten wir bei grober See beidrehen, um etwas zu kochen, die Batterien zu laden und eine kurze Pause zu machen..
Von Mittwoch auf Donnerstag wurde der Wind fortgesetzt weniger und wir steuerten in eine Flaute gepaart mit Nebel. Das war gespenstisch. Dieses ruhige Wasser lag wie ein Samtteppich vor uns und der Nebel, der uns einhüllte, wie ein Gazeschleier. Den Tag über fuhren wir deshalb unter Motor, wieder wurden Benzinkanister eingetankt. Wir sichteten einen Flugzeugträger. Und wir sahen zum ersten Mal 3 Wale, weitere Delphinrudel und jede Menge Schildkröten in allen Größen. Wir wissen heute viel über Tiere aus Film- und Fernsehsendungen. Aber Wale im Meer zu beobachten, ist etwas ganz besonderes. Es ist kaum zu beschreiben, so berührend ist dieser Anblick der riesigen Meeressäuger.
Am Abend zwischen 21 und 23 Uhr setzten wir trotzdem die Segel in der Hoffnung, es wird. Jedoch hatten uns Flaute und Nebel im Griff, zudem wir ein Gewitter umfahren wollten, wieder unter Motor, wieder Kanisterbetankung. Der Diesel wurde knapp.
Ab Freitag früh gab es eine längere Segelphase bei 40 Knoten Wind mit Regen und kalter Witterung. Am Mittag kam ein großer Sturm auf, der forderte alle stark. Für die Nacht gab es eine weitere Gewittersturmprognose, die wir umsegelten. Jedoch wurde nun unsere Zeitrechnung für Malaga knapp, wo Moni und Ralf zusteigen sollten.
Am Samstag früh um 6 Uhr ruhte sich eine Möwe eine halbe Stunde auf unserer Radarplattform aus. Nachdem wir die letzten Tage vielleicht mal 3 Schiffe weit entfernt gesehen hatten oder auf dem Radar ein paar Punkte im 24 Meilen Radius ausmachen konnten, sahen wir an dem Tag mehrere Frachter nacheinander, da wir eine Schifffahrtslinie kreuzten. Über den Vormittag segelten wir, jedoch die Wellen wurden kleiner. Der Wind ließ nach.
Um 14 Uhr fiel die Entscheidung, nicht nach Gibraltar einzufahren da uns kühler Ostwind entgegen wehte und die Gegenströmung sehr stark schien. Stattdessen beschlossen wir mit unserem letzten Diesel an das spanische Festland nach Cadiz zu fahren, um in einer kleinen Marina zu übernachten und uns von den Strapazen der letzten Stürme zu erholen. In Landesnähe waren die Handys wieder einsatzfähig, damit wir mit Moni und Ralf die weiteren Pläne besprechen konnten. Zur Wahl standen in Malaga ein Zimmer zu buchen und noch einen Tag auf uns zu warten, oder mit einem Mietwagen nach Cadiz zu kommen. Die zweite Variante gefiel den beiden besser und so konnten wir in Cadiz in Ruhe auf sie warten.
Am Sonntagmorgen um 2.30 Uhr liefen wir also in der Marina Puerto Americano in Cadiz ein. Der Hafen war wohltuend illuminiert und der Wachmann nahm noch in der Nacht unsere Daten auf. Damit stand einem gerechten Schlaf in Ruhe nach 7 Tagen Wach-Schlaf-Unruhe nichts mehr im Wege und unmittelbar danach sanken wir in unseren Kojen.
Am Sonntag gegen 12 Uhr mittags trafen Moni und Ralf ein und sie hatten uns etwas voraus: Nämlich 2 Stunden Fahrt über Land von Malaga bis Cadiz mit guter Sicht auf die Gegend, während wir 7 Tage ausschließlich Wasser gesehen hatten. Den Tag verbrachten wir mit Ordnen, Tanken, Sightseeing, Essen gehen und ausgiebigen Besuchen in den Duschräumen. Am nächsten Tag besorgten wir mit dem Leihwagen neue Lebensmittel und machten uns dann gegen 12 Uhr auf, die Straße von Gibraltar zu durchfahren. Gegen 15 Uhr fuhren wir unter Erschwernis einer gegenläufigen Strömung mit starkem Ostwind in die Straße ein, nachdem wir vielen Fischernetzen ausweichen mussten. Die Durchfahrt dauerte ca. 16 Stunden und war bei Kälte und Regen kein Kinderspiel. Als wir Dienstag früh in das Mittelmeer einfuhren, waren wir erstaunt über die Sanftheit des Wassers, der Wellen und des Windes im Mittelmeer, so als ob das Vorherige nur ein Traum gewesen wäre.
Der Erste Tag im Mittelmeer bescherte uns Sonne, Wärme und eine Flaute. So fuhren wir den ganzen Dienstag und Mittwoch unter Motor nach Cartagena, dort wollten wir nochmals das spanische Festland besuchen. Am Donnerstag morgen erreichten wir den Puerto Cartagena, wo wir über Nacht blieben und den hübschen Ort genossen mit Stadtbummel, Eisessen, Fischmarkt und Essen gehen.
Am Freitag gegen Mittag machten wir uns auf nach Ibiza. Vorher musste noch getankt werden und genau zu dem Zeitpunkt kam ein Regenschauer, der hatte es in sich. Als der Tank voll und alle nass waren, ging es weiter. Nonstop Richtung Ibiza. Gegen Spätnachmittag zog ein Gewitter mit Sturm und Hagel auf.
Ab Samstagmorgen gab es wieder Wind und wir konnten die Segel setzen. Vorbei an der Insel Vedra segelten wir am Abend in die Bucht Ensenada de la Canal. Das war Idylle pur bei 4,9 Meter Tiefe mit glasklarem Wasser und wir waren das einzigste Schiff dort. Am Strand waren vereinzelt Restaurants und Liegestühle zu sehen und sonst nur Ruhe und Natur. Dank der aktuellen Informationen des Deutschen Seglerverbandes der Kreuzer Abteilung wusste Pete, dass sich dort Bojen befinden, so konnten wir über Nacht gut gesichert festmachen und vor dem Frühstück den Sprung ins Wasser genießen.
Am Sonntag gegen Mittag ging es weiter auf dem Weg nach Ibiza San Antonio. Über den Tag konnten wir immer wieder die Segel setzen, jedoch die Durchfahrt zwischen Vedra und Ibiza nahmen wir unter Motor bei Gegenwind. Am Nachmittag erreichten wir die Bucht Cala Bassa, die Pete aus seinen Jugendjahren noch gut in Erinnerung hatte. Oh la la. Am frühen Abend setzten wir unsere Fahrt fort, um noch vor Dunkelheit den Hafen San Antonio zu erreichen. Dieser war voll belegt und bei 2 Meter Wassertiefe hatten wir Mühe ein Plätzchen zu finden. Das Glück bescherte uns einen Platz, dem gegenüber das Boot eines alten Seebären lag, der schon viele Jahre auf Ibiza lebt und uns in ein einheimisches Lokal brachte, weit weg vom Tourismus. Den Montag über blieben wir in San Antonio und fuhren im Laufe des Tages mit dem Bus nach Ibiza Stadt. Hier hatten wir Tourismus pur. Viele Kneipen, Cafes, Geschäfte und einen großen Hafen mit Superschiffen. Nach Mitternacht liefen wir aus, um uns Palma de Mallorca langsam zu nähern.
Dienstag morgens um 4.43 Uhr entdeckte Uwe einen Katamaran, der alleine, ohne Beleuchtung in den Wellen schaukelte und den wir fast gerammt hätten. Auf dem Radar war er nicht zu erkennen. Offensichtlich war niemand an Bord. Wind und Seegang waren stark, weshalb wir nicht an dem Katamaran festmachen wollten. Da es sich um eindeutig um ein Schifffahrtshindernis handelte, entschied sich Pete einen Notruf über Funk für den Katamaran „Free Time“ abzusetzen. Der Rettungsdienst von Radio Palma Kanal 20 bat uns beizudrehen und an Ort und Stelle zu bleiben, bis das Rettungsboot kommt. Das war eine gewaltige Aufgabe, da der Wellengang ständig höher wurde und die Zeit endlos schien. Um 6.19 Uhr war die Free Time an der Leine des Rettungsbootes und wir konnten unsere Anspannung lösen und weiterfahren. Es war ein regelrechter Ritt – Surfen pur - mit starkem achterlichen Wind nach Mallorca. Am Nachmittag lagen wir in der Bucht Punta de Cala Figuera vor Anker und genossen ein letztes Mal die Ruhe ohne Menschenmassen und ein Essen an Bord, bevor wir gegen Abend in stürmischer See in den Heimathafen der "Arehucas" einliefen.
Im Rescue-Büro von Palma de Mallorca versuchten wir den Besitzer des Katamarans ausfindig zu machen. Dies glückte uns auch, jedoch zeigte sich der Eigner wenig dankbar. Außer einem Dankeschön per Telefon blieb uns nur die Erkenntnis, beim nächsten Mal solch eine Rettungsaktion anders anzugehen.
Die letzten Tage verbrachten wir mit Sightseeing in Mallorca. Am Freitag erfolgte die Übergabe des Schiffes und am Samstag mussten wir uns schon wieder auf den Weg zum Flughafen vorbereiten.
Zuhause reden Sabine und Pete seitdem manchmal über die Einsamkeit auf dem Atlantik, die großartige Ruhe, die dich dort umfängt oder wie sich der Klang der Natur auf dem Wasser anhört. Über die prächtigen Sonnenaufgänge und die Einzigartigkeit der Tiere, die wir dort gesehen haben.
Fazit: Strecke gesamt 1380 Seemeilen Fahrzeit unter Motor 179 Stunden Fahrzeit unter Segel 113 Stunden Fahrzeit gesamt 292 Stunden ( in 14 Tagen gut machbar) Dieselverbrauch gesamt 740 Ltr. (davon 145 Ltr. in Reservekanistern) durchschnittlicher Verbrauch bei teilweise sanfter Fahrweise 4 Ltr./ Stunde |
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Kroatien Split 29.September bis 6.Oktober 2007
Reisebericht
Am Samstag den 29.September 2007, morgens um 4.30 Uhr machten sich Sabine und Pete auf nach München, um ganz kurzfristig geplant nach Split zu fliegen, um mit einer Woche Segelurlaub an der dalmatischen Küste in Kroatien das Jahr ausklingen zu lassen. In einer Stunde brachte uns das Flugzeug von kaltem Herbstwetter in Deutschland in mediterrane Gefilde mit warmen, sommerlichen Temperaturen nach Split in Kroatien. Ein Taxi chauffierte uns in einer halben Stunde nach Trogir zur Marina Agana, wo wir unser Schiff, eine Elan 34, übernahmen.
Wir hatten stets gut Wind und segelten in dieser Woche 175 Seemeilen. Die Insel Vis war unsere erste Etappe mit einem lebhaften Stadthafen direkt im Ort des Geschehens. Der Cappuccino schmeckte ausgezeichnet und das Eis war lecker. Am Tag danach machten wir in einer atemberaubenden Bucht Rast. Dort waren wir alleine mit einer wunderbaren Aussicht ringsum, das Wasser war glasklar und lud zum Schwimmen ein. Am Abend kamen wir auf der Insel Starigrad an. Dort erlebten wir die Steigerung eines Stadthafens. Eine liebliche Bucht mit herrschaftlichen Häusern gegenüber dem Kai. Cafe's, die zum Verweilen einluden. Restaurants mit üppigem Speiseangeboten, alles gepaart mit Ruhe und Gelassenheit. Diese Gemütlichkeit gefiel uns so gut, dass wir hier einen zweiten Tag vor Anker blieben. Tags konnten wir dann zuschauen, wenn Fischerboote vom Fang zurück kamen und der Fischverkauf direkt aus den Netzen heraus stattfand. Den nächsten Abend verbrachten wir auf einer kleinen Insel, deren Name unser Geheimtipp ist. Denn dort war niemand außer uns und unserem Boot. In unser heutigen schnelllebigen Welt fanden wir dies so außergewöhnlich, dass wir uns kaum satt sehen konnten an all der Natur, der Beschaffenheit des Strandes und dem Seepferdchen, das mit Muscheln in die Kaimauer geklebt war. Am vorletzten Tag steuerten wir nochmals die Insel Vis an. Tagsüber hatten wir sanften Wind, so dass die „Rosa“ vergnüglich dahin segelte und es uns vor kam, als hätten wir uns statt des Rasens auf der Autobahn für die Landstraße entschieden. Dies war Balsam für die Seele in unserer manchmal so hektischen Welt. Am letzten Tag zeichnete sich allmählich eine Wetteränderung ab. Wir liefen mittags die Insel Solta an, um zu tanken. Da die Tankstelle erst am Nachmittag öffnete, konnten wir hier gemütlich Kaffee trinken, essen und ein Schläfchen halten. Trotzdem schafften wir es pünktlich in den Heimathafen zur Bootsübergabe. Auch am nächsten Morgen kam das Taxi beizeiten, um uns zurück zum Flughafen zu bringen. Als wir dann im Laufe des Vormittags in München landeten, war unsere Woche in Split zu Ende und trotz dieser kurzen Woche hatten wir das Gefühl der totalen Erholung.
Sabine |